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Glykogenose Typ IV
(auch Glykogen Speichererkrankung- oder GSD-Typ IV genannt)
Bei
der Krankheit handelt es sich um eine erbliche Abnormalität des
Glykogenstoffwechsels, die bei Norwegischen Waldkatzen beschrieben ist.
Diese Abnormalität besteht darin, dass ein ererbter Mangel an
einem bestimmten Enzym (GBE = glycogen branching enzyme) herrscht,
welches während des Glykogenstoffwechsels jedoch dringend benötigt wird.
Der Glykogenstoffwechsel ist für Mensch und Tier extrem lebenswichtig. Die
mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate werden dabei durch Enzyme
in Glucose zerlegt. Die Glucose wird dann als Glykogen in der Leber,
den Muskeln und den Nervenzellen gespeichert und sie gelangt auch über
das Blut in Organe und Körperzellen, und wird dort direkt in Energie
umgewandelt und verbraucht.
Der Erbgang der Glykogenose ist
autosomal rezessiv. Das bedeutet, dass die Krankheit nur dann zum
Ausbruch kommt, wenn der Gendefekt zu gleichen Teilen von Mutter und
Vater geerbt wurde. Die Eltern sind dabei nicht erkrankt. Sie sind
lediglich Träger und vererben somit die Krankheit.
Die
erkrankten Tiere sind homozygot (reinerbig) für eine Deletion in einem
Glucose abbauenden Enzym. Unter Deletion versteht man den Verlust oder
das Fehlen von einem DNA-Baustein oder mehreren Bausteinen, eines
kompletten Gens oder eines Chromosoms. Defekte dieses Gens führen zur Glykogenose Typ IV.
Es gibt zwei Formen der Krankheit:
1. Form: Die Kitten sterben bei der Geburt oder wenige Stunden danach (häufigster Fall).
2. Form:
Die Kitten, die die neonatale Phase überlebt haben, haben eine maximale
Lebenserwartung von 10-14 Monaten (dies ist die schlimmste Form).
Diese
Katzen leiden unter extremer Muskelschwäche, Organschwund (aufgrund des
gestörten Glukosestoffwechsels), unwillkürlicher Dauerverkürzung
bestimmter Muskeln (damit verbundenem Muskelzittern und –schwund),
extremen epileptischen Anfällen, und Herzmuskelerkrankungen, die meist
letztendlich zum Tod führen. Selbst wenn nur ein Elternteil
Träger der Krankheit ist und mit einem Nicht-Träger verpaart wird, so
sind 50% des Nachwuchses ebenfalls Träger.
Sind beide
Elterntiere Träger, so sind 25% ihrer Nachkommen erkrankt und 2/3 der
klinisch normalen Kitten sind wiederum Träger von GSD IV, und geben
somit unbemerkt ihren Trägerstatus weiter.
Weil
Totgeburten oder früher Tod von Kitten in Zuchten ab und an vorkommen
können, und nicht gleich jedes Kitten pathologisch untersucht wird,
kann die Krankheit oftmals unbemerkt immer weiter vererbt werden.
In
Amerika trat die Krankheit zum ersten Mal im Jahre 1988 auf. Seitdem
wurde sie erforscht und es gibt auch schon einen entsprechenden
Schnelltest, über den sich die Krankheit feststellen lässt.
In Deutschland ist die Glykogenose Typ IV noch relativ unbekannt. Der erste, offiziell bekannte Fall ist im Jahre 2004 aufgetreten.
An einem Schnelltest für Deutschland wird noch gearbeitet.
Copyright © Petra Dirlam
Quellenverzeichnis:
http://w3.vet.upenn.edu/research/centers/penngen/services/deublerlab/gsd4.html
Journal of Feline Medicine and Surgery (2004) 6, 355-366
http://ourworld.compuserve.com/homepages/L_P_swepston/GSD.htm
diverse
Befunde der Justus-Liebig-Universität Gießen / Institut für
Veterinärpathologie, die auf Anfrage gerne zur Verfügung gestellt werden
Da mittlerweile leider weitere Fälle von GSD IV aufgetreten sind, wurde folgende Info-Seite in's Leben gerufen:

Ich
hoffe sehr, daß nun einige Züchter nicht mehr, wie bisher
geschehen, ihren Kopf in den Sand stecken, wenn es um die
Auseinandersetzung mit dieser Krankheit geht!!!!!
Bitte helfen Sie mit, daß GSD IV ausgerottet wird!
Lassen Sie Ihre Katzen testen!!!!!
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